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F**K THE NORM

Archive for April, 2008

Saufen, Zocken, Sex: Die teueren Domainnamen

Das Geschäft mit Internet-Adressen wie sex.com oder pizza.com floriert – mit deftigen Namen lassen sich Millionen verdienen Es klingt wie der Traum eines Investmentbankers: Kaufe etwas für 20 US-Dollar, lass es 14 Jahre lang herumliegen – und verkaufe es dann mit einer 130 000-fachen Wertsteigerung weiter. Dem Amerikaner Chris Clark ist dieses Kunststück gelungen: Er versteigerte kürzlich die aussagekräftige Internet-Adresse pizza.com für 2,6 Millionen Dollar. “Das ist verrückt, das ist wirklich verrückt”, sagte Clark nach dem Ende der Versteigerung. Dabei sei er doch das absolute Gegenteil eines gewieften Geschäftsmannes, der zuerst klug investiert und dann die Früchte erntet. Der ehemalige Webdesigner habe die Domain im Jahr 1994 nur deshalb reserviert, um einen potentiellen Kunden – den Betreiber eines Pizzalieferservices – von den grenzenlosen Möglichkeiten des Internets zu überzeugen. Grenzenlos war seine Überraschung, als er Ende 2006 hörte, dass der russische Milliardär Rustam Tariko die Adresse vodka.com für seine Wodka-Marke “Russian Standard” gekauft hatte. Schnell dachte er über einen Verkauf seines Webseitennamens nach.

Generische Domains sind deshalb so beliebt, weil der Name ein Gattungsbegriff ist – wie fussball.de oder shoes.com. Sie unterscheiden sich damit von den Namen anderer Homepages, die einen Eigennamen (etwa lukas-podolski.com), einen geschützen Begriff (playboy.com) oder ein Phantasiewort (etsy.com) enthalten. Der Name der generischen Domain ist einprägsam, erklärt sich meist von selbst und wird von Usern häufig in der Hoffnung auf eine adäquate Webseite eingetippt. Exklusive Domainnamen sind für Unternehmen wichtige Marketinginstrumente, weil sie auch die Vormachtstellung von Suchmaschinen wie Google durchbrechen können. Die Internet-Adresse porn.com kann in Google nicht gefunden werden, dennoch kaufte sich das amerikanische Unternehmen MXN die Domain für 9,5 Millionen Dollar.

Die Adressen von Internetseiten, die mit der deutschen Top Level Domain .de enden, sind nicht so teuer, doch lässt sich auch damit Geld verdienen. Vergangene Woche wechselte die Internet-Adresse arbeitsmarkt.de für 200 000 Euro den Besitzer. “Wir gehen von stark steigenden Preisen im Domainmarkt aus und halten den deutschen Markt für unterbewertet”, sagt Christoph Eik vom Händler Domainconsult. “Was heute als Rekordpreis gilt, kann in ein paar Jahren bereits als Schnäppchen gelten.”

Welche Wertsteigerungen international möglich sind, bewiesen die Amerikaner Jake Winebaum und Sky Dayton. Sie wurden belächelt und verspottet, als sie im Jahr 1999 für 7,5 Millionen Dollar die Domain business.com kauften – die bis dahin höchste Summe, die jemals für eine Internet-Adresse bezahlt wurde. Acht Jahr später verkauften die beiden Visionäre die Domain weiter an das Branchenbuch-Unternehmen RR Donnelley – für die geschätzte Summe von 350 Millionen Dollar.

Mit Internet-Adressen wird mittlerweile so gehandelt wie mit Wertpapieren oder Grundstücken. Eine wertvolle Domain zu besitzen, gilt in den Vereinigten Staaten gar als vernünftige Form der Altersvorsorge. Nur mit dem richtigen Thema muss sich die Adresse beschäftigen. Bei einem Blick in die höchsten Domainpreise fällt auf, dass vor allem Namen wie porn.com, sex.com, beer.com, poker.com, pizza.com und casino.com die vorderen Plätze einnehmen. Man könnte daraus schließen, dass es im Internet vor allem ums Trinken, Zocken und die körperliche Liebe geht. Aber das wäre doch etwas zu einseitig. Jürgen Schmieder 

Quelle: http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/428787/TrkHomeMagTsr10

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casino.de für 400.000 Euro verkauft

(openPR) – Für €400.000 hat die dänische Firma Balslev Media die Domain casino.de erworben.

Der Preis reflektiert einerseits den Wert des optimalen Warennamens: der Name entspricht den Forderungen nach Kürze und Übereinstimmung mit dem angebotenen Service. „Der Besucher wird uns finden können, obwohl er uns noch gar nicht kennt”, sagt der Besitzer und Webmaster Jan Balslev.

Andererseits reflektiert der hohe Preis natürlich auch das allgemein große Interesse für Poker und Glücksspielen im Internet, das inzwischen auch in den deutschsprachigen Ländern festen Fuß fasst. Das erklärte Ziel der neuen Site sei eben, durch gründliche Recherchen die Besucher durch die Wildnis der Online-Spielbanken zu geleiten, indem sachliche Information über Glücksspielen gebracht wird.

Der neue Besitzer betrachtet seine Arbeit an der Website als eine Art Torhüter-Funktion für die Glücksspieler, „die im Internet eine Wette machen möchten, ohne sich gleichzeitig unnötige Sorgen um ihr Geld machen zu müssen.“ Wegen der fehlenden internationalen Regulierung auf diesem Markt gebe es ein wachsendes Bedürfnis nach unparteiischer Information. Es ist damit von hohem Wert für die Casinos auf Casino.de vertreten zu sein. Wie beim Internethandel generell ist Vertrauenswürdigkeit alles.

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